Du kennst den Moment: Dein Hund steht schon ungeduldig in der Küche, der Napf klappert, seine Augen leuchten. Er schnuppert, wedelt, schaut dich erwartungsvoll an. Für dich ist es vielleicht einfach nur „Trockenfutter“. Für ihn ist es viel mehr – ein tägliches Ritual, ein Stück Vertrauen, vielleicht sogar Liebe in Krokettenform.
Doch hast du dich je gefragt, was wirklich in diesen Kroketten steckt? Und ob das, was du ihm gibst, seinem Körper guttut – nicht nur satt macht, sondern stark, gesund und zufrieden?
Genau das wollen wir in diesem Artikel gemeinsam herausfinden. Ich erkläre dir, wie Trockenfutter hergestellt wird, worauf du bei den Zutaten achten solltest – und wie du mit einem schnellen Blick aufs Etikett klüger entscheidest.
Denn dein Hund vertraut dir. Jeden Tag. Gib ihm etwas zurück, das dieses Vertrauen verdient.
Wie wird Trockenfutter hergestellt?
Trockenfutter wird in zwei Verfahren hergestellt: extrudiert oder kaltgepresst. Beide Methoden bringen ihre eigenen Eigenschaften, Vor- und Nachteile mit – und sie haben Einfluss auf Nährstoffgehalt, Haltbarkeit und Verträglichkeit.
Extrudiertes Trockenfutter ist die am weitesten verbreitete Variante. Hierfür werden verschiedenste Zutaten wie Fleischmehl, Getreide, Gemüse, Öle, Vitamine und Bindemittel zu einer teigähnlichen Masse vermischt. Diese wird unter hohem Druck und bei Temperaturen von teils über 100 bis 200 Grad Celsius durch eine Düse gepresst. Durch den plötzlichen Druckabfall bläht sich die Masse auf und bekommt ihre typische, poröse Krokettenform. Rotierende Messer schneiden sie in die gewünschte Größe. Anschließend wird das Futter getrocknet, bis der Feuchtigkeitsgehalt unter zehn Prozent liegt – das macht es besonders haltbar.
Damit hitzeempfindliche Nährstoffe nicht verloren gehen, werden sie oft erst nach dem Trocknen aufgesprüht. Dazu gehören unter anderem Vitamine, bestimmte Öle (wie Omega-3-Fettsäuren), Enzyme, Probiotika oder Aromastoffe.
Kaltgepresstes Trockenfutter wird mit einem schonenderen Verfahren hergestellt. Die Zutaten werden ebenfalls gemahlen und gemischt, dann aber ohne Erhitzung und Dampfdruck durch eine Matrize gepresst. Dabei entsteht nur moderate Reibungswärme (etwa 40 bis 80 Grad). Die entstandenen Pellets sind dichter und quellen im Magen langsamer auf. Das kann sich auf das Sättigungsgefühl auswirken und ist für einige Hunde bekömmlicher.
Kaltgepresstes Futter enthält potenziell mehr erhaltene Vitamine und ungesättigte Fettsäuren. Es ist jedoch empfindlicher gegenüber Feuchtigkeit und Sauerstoff – was zu einem höheren Risiko für Ranzigwerden führen kann. Deshalb sollte es besonders trocken, kühl und luftdicht gelagert werden. Auch die Haltbarkeit ist oft kürzer als bei extrudiertem Futter.
Beide Verfahren können gutes Futter liefern – oder auch nicht. Entscheidend ist nicht allein die Herstellung, sondern die Qualität der Zutaten. Ein kaltgepresstes Futter mit billigen Füllstoffen ist nicht automatisch besser als ein extrudiertes Produkt mit durchdachter Rezeptur. Und natürlich zählt auch, wie gut dein Hund es verträgt – denn jeder Hund ist anders.
Was steckt drin? – Ein Blick auf die Zutatenliste
Die Zutatenliste auf der Verpackung verrät oft mehr, als es auf den ersten Blick scheint – zumindest, wenn man weiß, worauf man achten muss. Denn während manche Hersteller ganz genau angeben, was drin ist, verstecken andere die Herkunft ihrer Rohstoffe lieber hinter Sammelbegriffen.
Ein gutes Trockenfutter sollte in erster Linie tierische Proteine enthalten – also Fleisch oder Fisch, möglichst klar benannt. Formulierungen wie „25 % Hühnerfleisch (Brust, Herz)“ sind deutlich transparenter als pauschale Angaben wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“. Trotzdem bedeutet eine geschlossene Deklaration nicht automatisch, dass der Hersteller etwas verbergen möchte.
Manchmal stecken praktische oder sogar sinnvolle Gründe dahinter:
Ein Hersteller kauft beispielsweise immer die Fleischteile ein, die gerade am Markt verfügbar und bezahlbar sind – mal Brust, mal Herz, mal Kehlkopf. Eine exakte Auflistung wäre hier schlicht nicht haltbar. Auch bei diätetischen Rezepturen, etwa mit reduziertem Fettgehalt, kann es notwendig sein, verschiedene Bestandteile flexibel zu kombinieren, um den Nährwert zu optimieren. Dann wird einfach die Kategorie genannt, nicht jede einzelne Zutat.
Wichtig ist daher, dass du nicht nur auf die Formulierung achtest, sondern auch auf das Gesamtbild: Gibt es eine klare Aufschlüsselung der Zusammensetzung? Ist das Verhältnis von tierischen zu pflanzlichen Komponenten ausgewogen? Und wie reagiert dein Hund auf das Futter?
Auch bei pflanzlichen Bestandteilen lohnt sich ein zweiter Blick: Gemüse, Kräuter oder hochwertige Kohlenhydratquellen wie Süßkartoffeln oder Hirse sind willkommen – billige Füllstoffe oder Getreideabfälle eher nicht.
Manche Hersteller ergänzen ihr Futter zusätzlich mit sogenannten funktionellen Zutaten wie Glucosamin. Das ist ein körpereigener Baustein, der im Gelenkknorpel vorkommt – und dem man eine unterstützende Wirkung bei älteren oder stark beanspruchten Hunden zuschreibt. Ob es im Futter tatsächlich wirkt, ist zwar wissenschaftlich nicht eindeutig belegt – schaden kann es aber in der Regel nicht.
Zucker, Melasse, Karamell oder künstliche Aromen haben im Hundefutter nichts zu suchen. Sie steigern oft nur die Akzeptanz, aber nicht die Qualität.

Sidefact
Je vager die Begriffe auf der Zutatenliste, desto wahrscheinlicher handelt es sich um günstige Füllstoffe mit geringeren Nährwerten.
Wenn du lernen möchtest, wie du die einzelnen Zutaten bewertest, findest du hier einen ausführlichen Überblick: Zutaten-Check – was darf rein, was sollte raus?
Trockenfutter im Vergleich zu Nassfutter
Ob Trocken- oder Nassfutter – beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Entscheidend ist nicht nur der persönliche Geschmack deines Hundes, sondern auch, was in eurem Alltag gut funktioniert – und was im Napf landet.
Trockenfutter ist vor allem praktisch: Es lässt sich leicht lagern, einfach dosieren, bleibt lange frisch und ist ideal für unterwegs oder als Trainingsbelohnung. Die Kroketten haben durch den niedrigen Feuchtigkeitsgehalt eine hohe Nährstoffdichte – das heißt, dein Hund nimmt mit kleineren Mengen vergleichsweise viele Kalorien auf.
Nassfutter enthält deutlich mehr Feuchtigkeit und kann dadurch sättigender wirken – auch bei Hunden, die schnell zunehmen, kann das ein Vorteil sein. Viele Hunde finden den Geruch und die Konsistenz besonders ansprechend. Zudem ist es oft besser geeignet für Senioren, Hunde mit Zahnproblemen oder schlechte Trinker.
Ein weiterer Unterschied liegt in der Zusammensetzung: Bei Nassfutter ist die Zutatenliste meist etwas transparenter, weil es keine Verarbeitung zu Pellets oder Kroketten braucht. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass es die bessere Wahl ist – auch hier gilt: Nur der Blick auf die tatsächlichen Inhaltsstoffe zählt.
Wenn du dir nicht sicher bist, ob Nassfutter wirklich besser ist oder ob Trockenfutter zu euch passt, hilft es oft, die Bedürfnisse deines Hundes mit den Eigenschaften der Futterart abzugleichen – und notfalls einfach mal beides auszuprobieren.
Fazit – Trockenfutter: praktisch, aber nicht automatisch gut
Trockenfutter kann eine gute und alltagstaugliche Lösung sein – vorausgesetzt, du achtest auf die richtigen Zutaten. Die Herstellungsmethode, die Deklaration und die Qualität der Rohstoffe sagen oft mehr aus als Werbeversprechen auf der Vorderseite.
Ob extrudiert oder kaltgepresst, mit oder ohne Getreide: Am Ende zählt, was drinsteckt – und wie gut dein Hund das Futter verträgt.
Wenn du dich mit dem Thema auseinandersetzt, Zutatenlisten verstehst und die Bedürfnisse deines Vierbeiners im Blick behältst, triffst du die richtige Wahl.
Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, dich mit dem Thema zu beschäftigen. Wenn dich gesunde Hundeernährung interessiert, trag dich gern in die Schnutenpost ein. Dort bekommst du regelmäßig Rezepte, Tipps und kleine DIY-Ideen für den Napf – und als Dankeschön meine 3 Lieblingskeks-Rezepte exklusiv per E-Mail.
Bleibt gesund, du und dein Hund. 🐾
Deine








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